Den eigenen Weg nach unten gehen.

Men going their own way. Hier bei Hieronymus Bosch.

 

MGTOW »Men Going Their Own Way« hieß das fragwürdige Konzept, das im Feuilleton der TAGESPOST vorgestellt wurde – ausgerechnet von einem Autor, der für die Facebookpräsenz dieser nur auf den ersten Blick skurrilen Bewegung zuständig ist.

Wer – abgeschreckt von der Vulgarität – den Artikel nicht zu Ende gelesen hat: Es geht um Männer, die sich aus Abscheu vor Feminismus und allem, was sie als zeitgemäßes feminines Selbstverständnis empfinden, von jeglichem Kontakt zum anderen Geschlecht fern halten und mit unverhohlenem Abscheu über Frauen reden. Gönnerhaft wird den hingerissenen Leserinnen bescheinigt, dass es in den Reihen der MGTOW Männer gäbe (full monks), die sogar darauf verzichteten, die Verachtung der Frau durch Pornographie und sonstigen Missbrauchsformen Ausdruck zu verleihen. Toll, das macht den Mann aus.

Ohne gezielte Steinwürfe kommt der Autor auf der Facebookpräsenz jedoch nicht aus:

»Er war ein aufregender Alpha, sie wollte ein Kind, war aber unsicher, die Abtreibung war ihr zu unangenehm – jetzt also ein weiteres uneheliches Kind einer alleinerziehenden Mutter ohne eigenes Einkommen.« so wertet der Autor Ihres Artikels eine Sünderin unserer Tage (vgl. Joh 8,1-11).

Das Konzept der radikalen Abwendung ist nicht neu. Adam hieß der erste MGTOW-Vertreter. Er hatte nach dem Zweiten Schöpfungsbericht die Aufgabe, den Garten, in den Gott das erste Menschenpaar gesetzt hatte, »zu hüten und zu bebauen« (Gen 2,14). Als Gefahr im Verzug ist und die Schlange ihre Überredungskunst an Eva versucht, ist er seltsamerweise nicht zu sehen. Von Gott zur Rede gestellt, will er sie allein dem Urteil überlassen.

Mir zeigt dieses Detail des Schöpfungsberichtes: Die Geschlechter sind aufeinander bezogen. Ich kann mich nicht verächtlich von fünfzig Prozent der Menschheit abwenden, nur weil ich (vielleicht zur Recht) glaube, dass dieser Teil verdorben ist.

Zum einen bin ich (in Adam) ebenso gefallen. Und diese Geschichte wird für mich nicht besser, wenn ich mich abwende. Und zum anderen haben die Geschlechter eine klare gegenseitige Aufgabe. Sie sollen sich entsprechen und ergänzen.

Ich sehe Adam hier als prophetischen Typus, der in seiner Erlösungsbedürftigkeit auf Jesus Christus verweist, der sich der Sünderin annahm, die Maria Magdalena von Dämonen befreite und der mit der Frau am Jakobsbrunnen gesprochen hat. Und der sich für seine BRAUT, die Kirche, hingegeben hat.

Vor diesem Hintergrund erscheint mir klar: Was als MGTOW mit dem ganzen Charme einer dampfenden Männerumkleidekabine daherkommt, ist in Wirklichkeit eine weitere, unappetitliche Wiederholung der Sündengeschichte des Menschen.

 

 


Kommentare

Den eigenen Weg nach unten gehen. — 2 Kommentare

  1. Die Tagespost hat sich mit dieser Veröffentlichung jedenfalls ins Knie geschossen. Ein katholisches Blatt, das praktisch Todsünden von der Art propagiert, die auch bei Kampfatheisten schlecht angesehen sind – das ist ein schlechtes Aushängeschild für die Kirche.

  2. Pingback: Ist MGTOW Sünde? – AUTONOME RATIONALISTEN

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