Ein Gedanke über die Schönheit

Michelangelo: Erschaffung Adams
Schönheit ist das göttlichste Add-On auf alles Geschaffene. Blumen könnten schließlich auch grau und einförmig sein.
 
Dann »schuf uns Gott zum Schauen die Augen«.
 
Das Pfand, mit dem der Atheismus wuchert, ist die Zerstörungskraft, die in den Naturgewalten steckt – vom Vulkanausbruch bis hin zum gefährlichen Virus.
 
Letztlich läßt sich das Böse nicht sinnvoll »auflösen«. Es bleibt bis zum letzten Beben der Erde und bis zu meinem letzten Atemzug ein Geheimnis. Eine Möglichkeit, es zu verstehen, bietet die Perspektive des Kreuzes und das Versprechen Gottes, uns durch die Vernichtung alles Sichtbaren – in Schönheit – hindurchzuführen. Bis uns niemand mehr die Freude rauben kann.
 
Ist das Vertröstung?
 
Ich meine, es ist Trost. Denn das Erstaunliche ist, daß es uns Menschen niemals gelingt, uns in dem Gedanken einzurichten, daß die Negation der Liebe und Schönheit das Normale, schlechthin Gegebene ist. Oft sind es die Menschen, die mit der Schöpfung leiden und seufzen, die sich nach Schönheit sehnen.
 
In der Sehnsucht nach dem Schönen lebt der Hinweis darauf, daß die Vergänglichkeit nicht das eigentliche Habitat des Menschen ist. Schließlich wundert sich der Fisch (nach einem Diktum von C. S. Lewis) auch nicht darüber, daß das Wasser so naß ist.

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