Gut, daß es Blogger gibt.

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Abgeschrieben: Wollen sie am Ende nicht selber abgeschrieben werden, sollen katholische Medien kompetent und sachgerecht recherchieren.

 

Nur ein kurzer Kommentar: Ausgehend von einer Meldung des Pressedienstes der sogenannten »Humanistischen Union« machte eine Falschmeldung über angebliche Äußerungen des Erzbischofs von Toledo die Runde. Auch katholische Medien übernahmen ungeprüft die Meldung, Erzbischof Plaza habe sich anläßlich einer Predigt in menschen- und frauenverachtender Weise exponiert.

Einige Freunde – ich nenne hier stellvertretend Heike und Anna – machten sich die Mühe, den Sachverhalt zu überprüfen, da er von Anfang an nicht plausibel erschien. Ein wenig Instinkt und 15 Minuten Recherche hätten auch den katholischen Redaktionen genügt, Schaden von Bischof und Kirche abzuwenden und wirklich im besten Sinne katholischen Journalismus zu betreiben.

Gut, daß es die Blogger gibt, die zumindest die Redaktion des Domradio zum Nachdenken brachten. Ich hoffe nun intensiv, daß der Aufwand, der betrieben wurde, um »den Bruder zu verklagen«, von Anstrengungen zur Verteidigung seiner Rechte übertroffen wird. Ich hoffe, daß es nicht bei einer kleinen Randnotiz und schamhaften Entfernen der Falschmeldung von der eigenen Website bleibt.

Flüchtling in der Christnacht

Christnacht. Maria und Josef auf der Flucht, Herbergssuche als Abweisung gelesen, die Flucht nach Ägypten: Verlockendes Predigtmaterial. Mischt euch ein, tut was, seid nicht hartherzig angesichts der Not.

Alles richtig. Und ohne Abstriche. Jeder soll den Herrn fragen, was Sein Wille ist.

Doch alles ist vergebens, wenn ich nicht innewerde: Ich selber bin der Flüchtling. Ich bin derjenige, der vor Gottes Angesicht wegläuft. Das Kind ist gekommen, um bei mir zu wohnen, damit ich eine Heimat habe.

Ich wünsche dir die Gnade der Heiligen Nacht.

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Jesus: LOL

Quaeritur: Hat Jesus gelacht?

Die Bibel kennt das laute Lachen zunächst einmal als Hohnlachen der Sieger über die Besiegten. Das scheint mir der Grund dafür zu sein, daß der Begriff »Lachen« in der Schrift eine schlechte Presse hat.

Lachen als Ausdruck der Freude gehört zum Menschsein. Und es wäre ja geradezu »häretisch«, anzunehmen, daß uns der Gottessohn darin nicht gleich geworden sei.

Für C. S. Lewis gehört das Lachen geradezu zur Schöpfung.

»You have not made the first joke; you have only been the first joke.« (Aslan)

Unterwegs im Nirgendwo

Galeone

Nachdem das Bleiboot sachgerecht die Profanierung des Zentrums der Christenheit festgestellt hat – Beweis: Selbst die KRIPPE blieb unbeleuchtet – dümpelt das Rebellenschiff, von dem aus mehr als einmal Friendly Fire aufs Flaggschiff ausging, endgültig in Gewässer, die bislang nur Donaudampfern vorbehalten waren. Es gibt Formen ätzender Kritik, die längst keine Kritik mehr sind, sondern lediglich ein haltloses Austoben der eigenen Unbehaustheit.

Apparat und Charisma

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Alles im Griff, lieber Apparat? Charlie Chaplin in Moderne Zeiten (Quelle: Wikipedia)

Das Wichtigste zum Schluss. Seinen umstrittenen »Standpunkt« auf dem Portal der Katholischen Kirche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz beschließt der Redakteur Björn Odendahl mit dem Satz: »Natürlich wünscht man sich für Europa mehr Glaubensfreude und missionarische Kraft. Doch ein romantisierendes Ideal der Armut, wie es nicht nur der Papst fordert, hilft uns dabei nicht weiter. Die Kirche braucht auch einen Apparat und Geld, um Gutes zu tun.«

Natürlich. Natürlich. Vorher hat er – darüber wurde lang, breit und nicht immer fair debattiert – erst einmal den Glauben der Kirche in Afrika dekonstruiert und das afrikanische Glaubenswachstum in erster Linie darauf zurückgeführt, dass die Menschen dort einfache Antworen auf schwierige Glaubensfragen akzeptierten. Ob da nicht eine Haltung der Simplizität mit der Einfachheit des Evangeliums verwechselt wird? Der Jünger Jesu hat »un cœur pur«, ein einfaches, schlichtes Herz, das auf den Anruf Gottes hört und mit dem schlichten »Ja« antwortet, das Maria in Nazareth gesprochen hat.

Aber das ist nur ein Nebenaspekt für mich. Ich betrachte ein wenig erstaunt den »Apparat«. So unverblümt hat bisher kaum jemand den Unterschied zwischen der Kirche der Neuerer und der Kirche, die semper reformanda, immer zu erneuern ist, ausgesprochen.

Ein Apparat zeichnet sich für mich dadurch aus, dass er genau das produziert, wozu er konstruiert wurde. Kein Apparat kann über sich hinausgehen und ein Produkt neuer Ordnung erzeugen. Die Maschine produziert maschinelles. Der Apparat steht ganz in der Logik dessen, der ihn konstruiert hat. Darum ist der kirchliche Apparat so wenig inspirierend. Darum kreisen die Erzeugnisse des kirchlichen Apparats immer so trostlos in einem Vorraum des Glaubens.

Ich halte es mehr mit der Kirche, die sich als Organismus versteht. Einer Kirche, die sich vom Heiligen Geist beseelen läßt. Eine Kirche, die nicht mit schalen Moralismus daherkommt, wenn sie sich mit einem beklemmend dummen Meme einen billigen Effekt verschafft, auf dem ihr Herr als »aramäischer Wanderprediger« bezeichnet wird.
Geht uns im Glauben voran, liebe Redaktion. Psychoanalysiert und soziologisiert nicht den Glauben. Ergreift das Schwert des Geistes (Eph. 6), ermutigt und helft, aus dem Gebet heraus Aufbrüche zu finden, die diesen Namen auch verdienen.

»Die Menschen fröhlich machen«

Elisabeth von Thüringen, Kreidelithographie nach Hans Hohlbein d.Ä. Quelle: Wikipedia

Elisabeth von Thüringen
Quelle: Wikipedia

»Alle Berichte über die hl. Elisabeth zeigen, mit welcher Hingabe und Furchtlosigkeit sie die Aussätzigen pflegte, die damals allgemein geächtet waren, wie fürsorglich sie sich um die Wöchnerinnen kümmerte, wie zärtlich sie mit den Kindern umging, wie sie allenthalben Trost spendete und Freude bereitete. Eines der wenigen Worte, die von ihr überliefert sind, lautet: ›Ich habe euch immer gesagt, daß wir die Menschen fröhlich machen müssen.‹«

(Melchers, das große Buch der Heiligen)