Of Hobbits and Stewed Rabbit

  
There is a connection between the very first beginning of The Hobbit and Frodo‘s and Sam‘s rest in Ithilien.

Tolkien‘s famous very first words as written down on a student‘s paper were »in a hole in the ground there lived a Hobbit«. In German I first read »In einem Loch im Boden lebte ein Hobbit« – and there is nothing extraordinary about these words. It just seems to be an invention. The start of a playful story.
But the thought struck me that »in a hole in the ground there lived a RABBIT« would be an everyday sentence. And considering the authors sense of humor and his creative game with language I can easily imagine how much he loved transforming an everyday meaning into something beautiful, mysterious and funny by just changing two letters: Hobbit!
When the story line grew and – like a river – floated into the epic history of Middle Earth there still remained a certain relation between rabbits (the smaller hare) and Hobbits (the smaller people).
In Ithilien the original children story of Bilbo and the dwarves had become a kind of passion tale. And suddenly the darkening story turns into some kind of rest. Frodo and Sam on their way of self sacrifice enjoy a meal provided by the miserable and treacherous creature Gollum: Two stewed rabbits.
A meal which opens the way to the sacrifice (later in Mordor Sam tries to recall the memory of this meal to his master) and at the same time saves their lives by drawing the attention of Faramir’s troups to the Hobbits.
This is a meal of comfort and of rescue.
But it is not a vegetarian, »innocent« meal like eating some bananas. I think it is not by chance that these two rabbits get killed by Gollum. I cannot help but feeling the relief for Sam and Frodo and at the same time the deep pity for those little rabbits which get killed by Gollum in a way I don‘t want to figure out.
Without being allegorical there is such a closeness to the Eucharist. Those two rabbits here really represent the two hobbits giving their lives for those who eat them. 
So they ›got up and ate and drank. Strengthened by that food … they traveled‹ to Mordor. (cf. 1 kings 19.8)

Den eigenen Weg nach unten gehen.

Men going their own way. Hier bei Hieronymus Bosch.

 

MGTOW »Men Going Their Own Way« hieß das fragwürdige Konzept, das im Feuilleton der TAGESPOST vorgestellt wurde – ausgerechnet von einem Autor, der für die Facebookpräsenz dieser nur auf den ersten Blick skurrilen Bewegung zuständig ist.

Wer – abgeschreckt von der Vulgarität – den Artikel nicht zu Ende gelesen hat: Es geht um Männer, die sich aus Abscheu vor Feminismus und allem, was sie als zeitgemäßes feminines Selbstverständnis empfinden, von jeglichem Kontakt zum anderen Geschlecht fern halten und mit unverhohlenem Abscheu über Frauen reden. Gönnerhaft wird den hingerissenen Leserinnen bescheinigt, dass es in den Reihen der MGTOW Männer gäbe (full monks), die sogar darauf verzichteten, die Verachtung der Frau durch Pornographie und sonstigen Missbrauchsformen Ausdruck zu verleihen. Toll, das macht den Mann aus.

Ohne gezielte Steinwürfe kommt der Autor auf der Facebookpräsenz jedoch nicht aus:

»Er war ein aufregender Alpha, sie wollte ein Kind, war aber unsicher, die Abtreibung war ihr zu unangenehm – jetzt also ein weiteres uneheliches Kind einer alleinerziehenden Mutter ohne eigenes Einkommen.« so wertet der Autor Ihres Artikels eine Sünderin unserer Tage (vgl. Joh 8,1-11).

Das Konzept der radikalen Abwendung ist nicht neu. Adam hieß der erste MGTOW-Vertreter. Er hatte nach dem Zweiten Schöpfungsbericht die Aufgabe, den Garten, in den Gott das erste Menschenpaar gesetzt hatte, »zu hüten und zu bebauen« (Gen 2,14). Als Gefahr im Verzug ist und die Schlange ihre Überredungskunst an Eva versucht, ist er seltsamerweise nicht zu sehen. Von Gott zur Rede gestellt, will er sie allein dem Urteil überlassen.

Mir zeigt dieses Detail des Schöpfungsberichtes: Die Geschlechter sind aufeinander bezogen. Ich kann mich nicht verächtlich von fünfzig Prozent der Menschheit abwenden, nur weil ich (vielleicht zur Recht) glaube, dass dieser Teil verdorben ist.

Zum einen bin ich (in Adam) ebenso gefallen. Und diese Geschichte wird für mich nicht besser, wenn ich mich abwende. Und zum anderen haben die Geschlechter eine klare gegenseitige Aufgabe. Sie sollen sich entsprechen und ergänzen.

Ich sehe Adam hier als prophetischen Typus, der in seiner Erlösungsbedürftigkeit auf Jesus Christus verweist, der sich der Sünderin annahm, die Maria Magdalena von Dämonen befreite und der mit der Frau am Jakobsbrunnen gesprochen hat. Und der sich für seine BRAUT, die Kirche, hingegeben hat.

Vor diesem Hintergrund erscheint mir klar: Was als MGTOW mit dem ganzen Charme einer dampfenden Männerumkleidekabine daherkommt, ist in Wirklichkeit eine weitere, unappetitliche Wiederholung der Sündengeschichte des Menschen.

 

 

Lieber Fisch! Gollum! Gollum!

Mondfisch im Ozeanarium Hirtshals / Quelle: Per-Ola Norman – Wikipedia

Ein beeindruckender Geselle im Oceanario von Lissabon – aber auch sehr melancholisch, wie er seine Runden durch Europas größtes Meerwasseraquarium zog. Bis zu drei Meter wird dieser Knochenfisch lang. Verglichen damit ist der Lissabonner »Mühlstein« (Zool.: Mola Mola) noch ein kleines Hündchen.

Hier noch die historische Aufnahme mit eines enormen Exemplars dieser kuriosen Gattung, den kalifornische Fischer 1910 an Land zogen.

Ein 1910 vor der kalifornischen Küste bei Santa Catalina Island gefangener Mondfisch. Quelle: Wikipedia

Reformwünsche eines Drahtesels

Heute war ich mit dem Fahrrad unterwegs. Ich habe es nicht bereut: Der Südring hatte nur eine Spur frei, die Fleher Straße war gesperrt, Volmerswerther und Aachener Straße völlig dicht. Sogar die Wohnstraßen dazwischen waren verstopft. Nichts, wirklich nichts ging mehr. Als Radfahrer konnte ich die wartenden Kollegen huldvoll grüßen und hoffnungsvoll dem Ziel entgegenstrampeln.

Auch in der Kirche wird mitunter das Bild vom Reformstau bemüht. Darin kommt die Kirche nicht von der Stelle, tritt sich selbst auf die Füße, verbraucht Sprit, verpestet die Luft, hält die Leute auf: Nichts geht mehr. Wenn es doch anders wäre! Wenn doch die Kirche demokratischer wäre! Oder spiritueller! Oder noch ein wenig von ihrem alten, barocken Glanz hätte! Oft stehen völlig entgegengesetzte Vorstellungen im Raum, wie Kirche sich zu ändern habe, damit sie wieder glaubwürdig sein kann. Und viele sind sehr plausibel.

»Ihr steht nicht im Stau, ihr seid der Stau«

Wer lange im Stau wartet, kann versucht sein, die Wartezeit den anderen Autofahrern zuzuschreiben, oder den Stau als eine soziale Naturgewalt zu sehen, der man sich selber zähneknirschend unterwirft. Tatsächlich bin ich aber auch Verursacher.

Genauso kann ich es dem »Bodenpersonal« in die Schuhe schieben, wenn ich beginne, an Gott und der Welt zu zweifeln. Mit denen hapert es dann. Ich selber bin fein raus, denn ich stehe ja im Stau. Ich kann nur darauf warten, dass es weitergeht. Hier kommt dann der Drahtesel ins Spiel. Denn das erste Wort, das Jesus laut Markusevangelium an die Menschen richtet, lautet nicht »Verbessert die Umstände!« sondern »Kehrt um« oder vielleicht auch »Denkt um!«

Wenn es also mit dem Glauben nicht so rund läuft, kann es sein, dass der eigentliche Reformstau nicht außerhalb meiner selbst liegt, sondern in mir. Dass ich keine Reformationsfeierlichkeiten und keinen Gegenreformatorischen Eifer benötige, um Gott neu zu finden, sondern einfach nur einen Wechsel des Verhkehrsmittels.

Ab jetzt kann ich mir nur wünschen, es wären wenigstens einige der folgenden Reformvorschläge von meiner Lebenswirklichkeit gedeckt. Aber ich behaupte einfach, es seien die Reformwünsche meines Drahtesels. Dann sind sie vielleicht besser zu ertragen.

Reformwunsch 1
Ich wünsche mir, Jesus Christus besser kennenzulernen. Ich muss beginnen, die Frage nach dem Sohn Gottes existentiell zu stellen. Jesus selber hat seine Jünger gefragt: »Für wen haltet ihr mich?« Vielleicht muss ich es aushalten, die Frage nicht so schnell und so eindeutig beantworten zu können, wie es Petrus damals tat. Weiterfragen. Und wissen: Ich bin mit dieser Frage nicht allein.

Reformwunsch 2
Stille in meinem Leben schaffen. Es gibt den Raum in meinem Leben, der schweigendes Schauen und angeschaut werden ist. Jeder kennt diesen Moment im Gebirge, oder im Verhallen eines Chorstücks. Vielleicht finde ich am Tag wenige Minuten, in denen ich es aushalte, dass sich nichts ereignet, und ich einfach nur in die vermeintliche Leere »hineinwarte«.

Reformwunsch 3
Dem Wort Gottes Raum geben. Eine kurze Schriftstelle aus der Liturgie zu lesen und einen einzigen Satz auswählen, notieren und mit in den Tag nehmen.

 

(Der Artikel erscheint in: bon-i-d; Magazin der Pfarrgemeinde St. Bonifatius, Düsseldorf. Thema des Heftes: Reform)

 

 

 

Was das Leben kostet

Gerokreuz, Kölner Dom; Bildquelle Wikipedia

Wir, die wir es gewohnt sind, vielleicht zu oft »zu billig« in die Erfahrung der Vergebung der Sünden zu kommen, sollten uns manchmal entsinnen, wie viel wir die Liebe Gottes gekostet haben: das Leben Jesu! Er hätte es auch nur für einen einzigen von uns hingegeben. Jesus lässt sich nicht kreuzigen, um Kranke zu heilen, weil er die Nächstenliebe verkündigt, weil er die Seligpreisungen verkündigt. Der Sohn Gottes geht vor allem ans Kreuz, weil er die Sünden vergibt, weil er absolute, endgültige Befreiung des menschlichen Herzens will.

(Papst Franziskus, Generalaudienz vom 9. August 2017)

Keine Reue der Agentin.

Wie das pro-Medienmagazin feststellt, hat sich die Heinrich-Böll-Stiftung  für das öffentliche Denunziationsportal »agent*in« entschuldigt.

Das Wording, mit dem das geschieht, verdient Beachtung.

»Wir bedauern sehr, …«
 
Ja, das ist gut. Bedauern ist allerdings nicht unbedingt Reue. Ich kann das schlechte Wetter bedauern, aber natürlich keine Reue darüber empfinden. Das Portal »agent*in« ist über die Heinrich-Böll-Stiftung gekommen wie das schlechte Wetter.
 
»… dass durch die gewählte Form manche …«
 
Es wird hier die Form angesprochen. Der Inhalt selber, die Denunziation, bleibt ungereut. Es ist nur die falsche Form gewählt worden: Denkbar wäre auch eine Form, in der die denunziatorischen Inhalte nur registrierten Usern zur Verfügung gestellt werden. Kostbar ist immer dieses Pronomen »manche«. In der postmodernen Entschuldigungskultur ein sicherer Hinweis darauf, dass jede Kritik am eigenen Vorgehen marginalisiert wird. Nur »manche« bedeutet: Das ist auch ein stark subjektiver Vorgang bei euch. Was tun denn diese »manche«? Sie werden »erinnert«:
 
»… an antidemokratische Methoden erinnert werden …«
 
Kernsatz: Unsere Methoden sind gerecht und gut, nur halt in ihrer Form nicht so tauglich. Das wird nicht von allen so gesehen, sondern lediglich von der versprengten Schar »mancher«.
 
»… und entschuldigen uns …«
 
Ich frage mich immer, wie das gehen soll. Glücklich der Mensch, der seine Schuld und ihre Konsequenzen einfach ablegen kann wie einen Bademantel. »Entschuldigen« bedeutet: Wage es nicht, Konsequenzen für mein Tun zu verlangen. Denn ich habe Distanz zwischen mich und das Schuldhafte gebracht!
 
»… bei denjenigen, die sich …«
 
(Sind ja nur ein paar.)
 
»… möglicherweise persönlich verletzt fühlen. …«
 
Möglicherweise … obwohl alles an uns so GUT, so EDEL ist! Der Mensch, das flatterhafte Wesen, steckt doch so voller Mißverständnisse.

 

Keiner besser als der Esser?

»Nur weil ich als Katholik ein besserer Mensch bin, soll ich arrogant sein?«

Ich bin einem Diskutanten irgendwo in diesem Internet ganz dankbar für dieses (ironisch gemeinte) Stichwort. Schöne, paradoxe Formulierung!

Klar: Wer sich für besser hält, soll sich nichts darauf zugute halten, sondern zur Beichte gehen. Aber ist das unter allen Umständen so?

Wir lesen »besserer Mensch« und ergänzen im Sinn den Komparativ mit »besser als DER DA« oder »als die anderen«. Klar, da wären wir sofort bei dem Gleichnis mit dem Pharisäer und dem Zöllner im Tempel – wer’s nachschlagen will, Lukas 18. Die Sache ist also klar: Geht nicht.

Wie wäre es aber eigentlich mit »besser, als wenn ich kein Katholik wäre«? Den Vergleich einmal an die eigene Existenz angelegt. Verbessert mich das Christsein? Bin ich also als Katholik ein besserer Mensch, als wäre ich kein Katholik?

Auf diese Frage gibt es vielleicht ebenso keine Antwort. Und, da der Teufel die Menschen auch versucht, indem er sie ein Körnchen Wahrheit finden lässt, gibt es Menschen, die unter dem Einfluss einer gewissen fehlgeleiteten Katholizität zu kleinen Ekelpaketen werden.

Aber der Glaube ist nicht nur eine Sache des moralischen Vorankommens, sondern vor allem eine Beziehungssache. Ich denke an eine Liedzeile irgendeiner Schnulze, in der der eine Liebende dem anderen erklärt: »Du lässt mich GANZ sein.« Liebende kennen das – wenn man in der Gegenwart des Geliebten aufblüht, Witz und Tatendrang verspürt, freiwillig den Spül erledigt!

Zudem ist GANZ ohne Zweifel besser als HALB, zumindest wenn es sich um etwas Gutes handelt. (Eine halbe Stunde auf dem Zahnarztstuhl wäre natürlich besser als eine ganze.)

Aber wenn die Beziehung zu Jesus stimmt, dann bin ich natürlich MIT IHM zusammen BESSER, als Peter ohne Jesus. (»Ohne Jesus ist alles doof.«) Und das Schöne ist: wenn ich mir in einem Anfall von Gefallsucht irgendetwas zuschreiben will, das eigentlich doch aus der Gnade Gottes kommt, dann kann ich über mich lachen, auf Jesus zeigen und sagen: DIESER erst macht mich ganz. Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn. Oder so.

Das vergessene Jubiläum

Fast auf den Tag vor 25 Jahren, am 26. Juni 1992, hat eine Regierung Kohl die Fristenlösung mit Beratungspflicht ermöglicht.

Der Bundestag würdigt das Ereignis mit einer weiteren epochalen Fehlentscheidung: Der Neudeutung des Ehebegriffs, zu der er überhaupt nicht ermächtigt ist. Man kann nur hoffen, dass die Verfassungsrichter auf dem Posten sind.

Das Prinzip kalten Kalküls zum Machterhalt – immer unter dem Vorwand, Schlimmeres zu verhüten –, nehme ich seit 1992 als CDU-Maxime wahr. Das ist systemisch, nicht merkelesk.

Die Reduzierung eines Phänomens, das alle Industrienationen im Taumel erfasst, auf eine EINZIGE Personalie ist eine verhängnisvolle Wahrnehmungsstörung.

Indem nämlich »Merkel muss weg« zum politischen Credo wird, öffnet sich der Weg von Trugschluss zu weiteren Verhängnissen.

Riss in der Matrix

Postin im Namen des Bistums Münster
Hoppla, da ist einer auf der Maus ausgerutscht! – So schien es jedenfalls, als die Serie von Wohlfühlbotschaften, die das Bistum Münster Tag für Tag in die virtuelle Welt ausstrahlt, plötzlich durch eine klare, kantige Ansage in der Ich-Form unterbrochen wurde:

»Bin entsetzt, wie leichtfertig Bundeskanzlerin und Bundestag mit dem hohen Gut der Ehe umgehen. Umdefinierung gibt 2000jährige Kultur auf!«

Daran ist aus katholischer oder naturrechtlicher Sicht nicht zu rütteln. Das sagt auch Papst Franziskus so, und so haben sich einmütig alle Wortmeldungen deutscher Bischöfe angehört. Diese Aussage verweist auf das entscheidende Problem: Es geht gerade nicht darum, Gleiches gleich zu behandeln, sondern es geht in der politischen Entwicklung darum, ein zentrales Kulturgut willkürlich umzudeuten und so zu entkernen.

Offensichtlich war der Post nicht mit der Social-Media-Redaktion abgesprochen, und so hagelte es auch prompt Bekundungen von Liebesentzug von Seiten der User. Die Redaktion rettete sich mit der Auskunft, durch einen »technischen Fehler« habe Weihbischof Zekorn eine persönliche Mitteilung auf dem Facebook-Account des Bistums veröffentlicht.

An dieser Darstellung habe ich keinen Zweifel. Wohl aber an der Einordnung des technischen Fehlers. In Wirklichkeit ist der Facebook-Account des Bistums ein geistlicher Fehler. Durch einen kurzfristigen technischen Defekt gab es einen Riss in der Matrix … und für einen winzigen Augenblick nur trat die Kirche der Helden und Heiligen hervor.

Dann beeilte man sich, den Riss zu schließen und die Wohlfühlsimulation wieder anzuwerfen.